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Hefer

 

 

 

 

 

 

Weitere Namen

Hepher

Lokalisierungsvorschläge

Namensformen AT

חֵ֨פֶר / ḥepær. οφερ; εφερ

Belege AT

Num 26,32; Num 26,33; Num 27,1Jos 12,17; Jos 17,2; Jos 17,3; 1Kön 4,10

Belege NT

ausserbiblische Belege aus vorhellenistischer Zeit
(BIS CA. 300 v.Chr.)

Deuterokanonische Texte und Ausserbiblische Belege
ab hellenistischer Zeit

Οφέρ; lat. Ofer (Onomastikon Nr.759: Klostermann, 140,26; Notley, R. Steven / Safrai, Zeʾev 2005a, 134 Nr.756; Timm, 184 Nr.759)

Beschreibung

Hefer ist biblisch als Patronym (Num 26,32-33Num 27,1Jos 17,2-3) und als Toponym (Jos 12,171Kön 4,10) mehrfach belegt.  

Schreibweise und Etymologie 

Die Schreibweise des Namens bleibt im MT mit ḥepær in allen Belegen gleich. In der LXX gibt es hingegen zwei Varianten, wie der Name transkribiert wird, die sich leicht in der Vokalisation unterschieden: οφερ und εφερ. In Jos 17,2-LXX wird in einigen Textzeugen die Stellung von Schemida und Hefer getauscht, was eine Angleichung an Num 26,36-LXX darstellt (vgl. Gaß, Erasmus 2019a, 181-182). Die korrupte Lesart Ῥησφαραχεὶν in 1Kön 4,10-LXX lässt sich hingegen nur sehr spekulativ erklären; aufgrund eines Textzeugen, der den MT übersetzt, ist der MT an dieser Stelle jedoch nicht abzuändern.  
Der Name wird allgemein von der Wurzel ḥpr („graben“) abgeleitet (vgl. Borée, Wilhelm 1968a, 24.107). Umstritten ist allerdings, ob der Name als Bezug auf einen gegrabenen Brunnen zu deuten ist (vgl. Lloyd, John 1886a, 191.272) oder als „Grubenort“ zu verstehen ist (vgl. Rechenmacher, Hans 2024a). 

Biblische Belege 

In 1Kön 4,10 wird das Land Hefer im dritten Distrikt Salomons genannt. Hefer wird dabei mit den Orten Socho (Socho, Schefela) und Arubbot genannt. Das Land Hefer ist daher in der Umgebung der beiden Orte zu suchen. 
In Jos 12,17 wird ein König von Hefer erwähnt, der von Josua besiegt wurde. Der König wird dabei zwischen den Königen von Tappuach (Tappuach, efraimitisch) und Afek (Afek, Scharonebene) genannt. Bei der Bestimmung der Lage von Hefer hilft dies jedoch nicht weiter, auch wenn die Lage der genannten Orte bekannt ist, denn die beiden Orte liegen sehr weit voneinander entfernt, was eine genauere Lokalisierung erschwert. Außerdem liegen beide Orte deutlich weiter südlich als die in 1Kön 4,10 genannten Orte und auch die in den Genealogien genannten Toponyme werden allgemein weiter nördlich als Afek (Afek, Scharonebene) und Tappuach (Tappuach, efraimitisch) – in etwa auf der Höhe der in 1Kön 4,10 genannten Orte – lokalisiert. Folglich passt Jos 12,17 nicht zur Topographie der anderen literarischen Belege und ist daher bei der Lokalisierung nicht zu berücksichtigen. Hefer könnte in Jos 12,17 außerdem nicht für die gleichnamige Region aus 1Kön 4,10 stehen, sondern für das nördliche samarische Bergland allgemein (vgl. Gaß, Erasmus 2023a, 385). 
In Num 26,32 wird Hefer als Stammvater der Heferiter vorgestellt. Nach der Genealogie Manasses (Num 26,29-34) ist Hefer ein Nachfahre Gileads, Machirs und Manasses (so auch in Num 27,1). Hefer wird dabei an letzter Stelle nach Schemida genannt. In Num 26,33Num 27,1 und Jos 17,3 wird Hefer außerdem als Vater Zelofhads und Großvater der Töchter Zelofhads vorgestellt. In Jos 17,2 erscheint Hefer hingegen als Sohn Manasses. Außerdem hat Hefer in dieser Liste im Vergleich zu Num 26,29-32 die Position mit Schemida getauscht. 
Hierbei ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei Hefer um das aus Jos 12,17 und 1Kön 4,10 bekannte Toponym handelt, das in den genealogischen Listen Manasses (Num 26,32-33Num 27,1Jos 17,2-3), wie viele andere Toponyme, zu einem Personennamen umgewandelt worden ist. Die Verbindung mit den Töchtern Zelofhads spricht für eine Lage Hefers im manassitischen Bergland. 
Auffälligerweise fehlt Hefer – im Unterschied zu anderen Namen aus den Genealogien Manasses – in den samarischen Ostraka. Hierbei wird spekuliert, ob Hefer ein Land darstellte, das mehrere administrative Distrikte umfasste, die in den samarischen Ostraka genannt werden (s. dazu Na’aman, Nadav 1986a, 159-160.165-166). Allerdings ist das genaue Verhältnis von Hefer zu den anderen Toponymen in den Genealogien nur schwer zu bestimmen. 

Außerbiblischer Beleg 

Außerbiblisch ist der Name Hefer nur im Onomastikon belegt. Dabei handelt es sich um eine kurze Paraphrase von Jos 12,17 ohne weiterführende Angaben zur Lage von Hefer. Folglich scheint Hefer in dieser Zeit nicht mehr bekannt gewesen zu sein. 

Lokalisierung 

Bei Hefer handelt es sich – neben der Bezeichnung einer Region, die durch 1Kön 4,10 gesichert ist – wahrscheinlich auch um den Namen eines Ortes. Dafür spricht die Verwendung des Namens in der Liste der besiegten Könige, die in Jos 12 und im näheren Umfeld von Hefer nur Ortsnamen nennt (zur Scharonebene s. Scharon), die in Jos 12,18 genannt wird s. Gaß, Erasmus 2023a, 385-386). Darüber hinaus spricht auch die Verbindung mit den zu Personennamen umgewandelten Toponymen in den Genealogien Manasses (Num 26,32-33Jos 17,2-3) dafür, dass Hefer einen Ort bezeichnet: denn die in den Genealogien genannten Orte bezeichnen zumeist sowohl einen administrativen Distrikt als auch den gleichnamigen Hauptort. Der Ort Hefer stellt daher ebenfalls wahrscheinlich den Hauptort der Region dar (vgl. Noth, Martin 1971a, 201-202). 
Die Lokalisierung der Region und des Ortes Hefer ist schwierig, da nur 1Kön 4,10 einen konkreteren Hinweis auf die Lage gibt. Eine Bestimmung der Lage mithilfe der Genealogien ist nicht möglich (vgl. Rösel, Hartmut N. 1984a, 84-85): zum einen könnte die Verbindung zu den Töchtern Zelofhads auch sekundär sein; zum anderen sind nicht die Gebiete aller Töchter Zelofhads zu bestimmen (vgl. Kallai, Zecharia 1986a, 56).  
Für den Ort wurden mehrere Orte vorgeschlagen: der Tell Ibšar (u.a. Knauf, Ernst Axel 2016a, 158) und eṭ-Ṭayyibe (u.a. Gray, John 1967a, 127) in der Scharonebene (Scharon), wobei auch die Region Hefer in ebendieser Ebene lokalisiert wird. Gegen die Lage in der Küstenebene spricht jedoch die Verbindung Hefers mit den Töchtern Zelofhads, deren Lage allgemein im manassitischen Bergland verortet wird.  
Hefer wird daher zumeist mit dem Tell el-Muḥaffar identifiziert (vgl. Kallai, Zecharia 1986a, 57-58; Rösel, Martin 2011a, 201), da sich der biblische Name am Ort erhalten hat und der Ort in der ganzen Eisenzeit besiedelt war (vgl. Gaß, Erasmus 2023a, 385). Darüber hinaus passt die Lage zu 1Kön 4,10. Das Land Hefer wird dabei in der Regel mit der Ebene um den Ort Dotan identifiziert (vgl. Aḥituv, Shmuel 2008a, 299). 
 

 

Autor: Jakob M. C. Luz y Graf, 2026; letzte Änderung: 2026-07-04 11:52:04

 

 

 

 

Lexikonartikel

  • ABD 2 (1992), 138 (Clem, H. Eldon; Art. Hepher (Person); 2,138-139 (Zertal, Adam; Art. Hepher (Place)
  • EBR 11 (2015), 825-826 (Gaß, Erasmus, Art. Hepher [Place])

 

Literatur

Keil, Karl Friedrich 1847a , 235 ;  Knobel, August 1861a , 403 ;  Dillmann, August 1886a , 502-503 ;  Lloyd, John 1886a , 191.272 ;  Oettli, Samuel 1893a , 164 ;  Albright, William Foxwell 1925a , 29-31 ;  Dussaud, René 1926a , 15-16 ;  Abel, Félix-Marie 1938a , 23.96 ;  Noth, Martin 1953a , 72.146 ;  Alt, Albrecht 1953b 91.128 Fn.2 ;  Simons, Jan 1959a , 278-279.349-350 ;  Baly, Denis 1966a , 187 ;  Noth, Martin 1966b , 155 ;  Gray, John 1967a , 127 ;  Borée, Wilhelm 1968a , 24.107 ;  Fritz, Volkmar 1969a , 149 ;  Noth, Martin 1971a , 201-202 ;  Woudstra, Marten H. 1981a , 206 ;  Aharoni, Yohanan 1984a , 319.384.441 ;  Rösel, Hartmut N. 1984a , 84-85.89 ;  Boling, Robert G. / Wright, G. Ernest 1984a , 411 ;  Na’aman, Nadav 1986a , 159-166.182-183 ;  Kallai, Zecharia 1986a , 50-58 ;  Fritz, Volkmar 1994a , 134 ;  Levine, Baruch A. 2000a , 321 ;  Ziese, Mark 2008a , 253 ;  Aḥituv, Shmuel 2008a , 299 ;  Rösel, Hartmut N. 2011a , 201.278 ;  Butler, Trent C. 2014a , 140 ;  Knauf, Ernst Axel 2016a , 158 ;  Gaß, Erasmus 2019a , 181-182.192.194.197-198.202 ;  Van der Meer, Michaël 2020a , 520-521 ;  Gaß, Erasmus 2023a , 384-385 ;  Rechenmacher, Hans 2024a